Glück ist…


Ich überlege die ganze Zeit, wie ich Mr. Mini ein sorgenfreies Aufwachsen ermöglichen kann. Und ich bin momentan zu dem Entschluss gekommen, dass ich das nicht können werde. Es gibt einfach zu viele Dinge, die ich für ihn wünsche, oder für seine Zukunft wünsche, die so niemals eintreffen werden, weil die Voraussetzungen dafür nicht da sind.

Er wird nicht erleben, dass seine Eltern zusammen sind, weil wir uns getrennt haben. Er wird nicht erleben, mit seinem Zwillingsbruder aufzuwachsen, weil er nicht mehr da ist.

Mr. Mini wird dafür bestimmt andere Dinge erleben – schöne Dinge – aber diese eben nicht.
Und wenn ich versuche, ihm trotz allem ein schönes Leben zu bereiten, dann ist das nicht sorgenfrei.
Und auch nicht authentisch. Weil sein Leben ist jetzt so, wie es ist. Und ich glaube, dass ich das akzeptieren muss. Dass diese Voraussetzungen, die ich mir für ihn gewünscht habe, nicht gegeben sind.


Aber – und das ist entscheidend – ich kann ihm die Gefühle geben, die ich ihm mitgeben wollte. Die Gefühle, die ich mir erhofft habe, dass er sie spürt, wenn er das Leben führt, das ich ihm gewünscht habe.
Ich wüsche mir, dass er glücklich ist. Und er kann glücklich sein, auch wenn sein Leben anders ist.
Ich wünsche mir, dass er stark ist. Dass er klar ist. Dass er frei ist.

Dass er die Liebe bekommt, die er verdient und den Raum, den er benötigt.
Das kann er alles sein – auch mit diesen Voraussetzungen.


Wir müssen nicht sagen: Trotz allem sind wir glücklich.“
Wir sind glücklich, weil.
Weil Malte und Justus 2023 auf die Welt gekommen sind.
Weil Justus anderthalb Jahre bei uns war.
Weil wir ihn kennenlernen durften.
Weil Malte gerade ein neues Wort gesagt hat.
Weil diese Geschichte uns stark gemacht hat.


Wir sind verärgert, weil manche Dinge frustrierend sind.
Weil die Realität oft nicht unseren Vorstellungen entspricht.
Aber genau das zeigt uns, dass wir unser Leben schätzen sollten.
Nicht trotz – sondern weil


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