Für Angehörige – wie kann ich helfen?

Wenn ein geliebter Mensch trauert, fühlt man sich oft hilflos. Man weiß nicht, was man sagen soll – und manchmal gibt es auch einfach keine passenden Worte. Das ist nicht schlimm. Viel schlimmer wäre es, gar nicht da zu sein.

Hier teile ich ein paar Gedanken und Tipps, die mir geholfen hätten oder noch helfen. Sie sind kein allgemein gültiges Rezept. Jeder Mensch trauert anders. Aber vielleicht ist etwas dabei, das auch dir hilft, für jemanden da zu sein.

Bitte gehe nicht weg

Die größte Angst war für mich, dass Menschen mir aus dem Weg gehen. Aus Unsicherheit oder Angst vor dem Thema. Wir brauchte kein Mitleid, keinen „richtigen“ Satz. Wir brauchten euch. Eure Praesenz. Ein

einfaches „Ich denk an dich“ oder „Das tut mir leid“ reicht oft völlig. Wenn Betroffene Reden wollen, dann machen sie es meistens ganz von selbst, wenn sie sich sicher fühlen und bereit dafür sind.

Wenn nicht, dann nicht. Alles darf sein.

Man will über sein Kind sprechen dürfen

Justus war und ist Teil unseres Lebens. Wir wollen von ihm erzählen dürfen so, wie andere von ihren Kindern erzählen. Nicht, weil wir Mitleid wollen, sondern weil er immer Teil unseres Lebens sein wird. Weil er existiert hat und in uns und unseren Geschichten weiter lebt. Ich denke, so geht es einigen Eltern von Sternenkindern.

Redet über Eure Sorgen

Bitte denkt nicht, dass eure Probleme „zu klein“ sind, um sie mit uns zu teilen. Wir möchten trotzdem Freundin, Schwester, Tochter bleiben dürfen. Wir möchten zuhören, mitfühlen und lachen. Mit Euch.

Die Frage „Geht’s dir besser?“ ist schwierig

Was soll man darauf antworten? Wenn ich wir „ja“ sagen, fühlt es sich falsch an.

Wenn wir „nein
“ sagen, fühlt es sich an, als würden wir nie wieder Hoffnung empfinden dürfen. Die Wahrheit ist: Es gibt gute Momente und schreckliche Momente. Trauer ist kein Zustand, der irgendwann vorbei ist. Sie verändert sich. Und wir lernen, mit ihr zu leben. Mal besser, mal schlechter.

Seid einfach da

Ladet uns ein. Auch, wenn wir vielleicht absagen. Erzählt uns was, auch wenn ihr unsicher seid. Gebt uns die Möglichkeit, dazuzugehören, selbst wenn wir manchmal nur halb anwesend sind. Haltet aus, dass wir weinen und lachen. Und das manchmal sogar gleichzeitig.

In ewiger Liebe